Räucheranleitung für Weihrauch und andere Duftharze

Im Folgenden beschreiben wir die verbreiteten Räuchermethoden und nehmen dabei unsere Produkte als Beispiel für eine bessere Orientierung. Wir beziehen uns dabei nur auf Räucherharze. Möchten Sie Edelhölzer räuchern, finden Sie nähere Infos hier: Räuchern von Edelhölzern.

Die Räuchermethode ist vor allem eine Frage der persönlichen Vorliebe. Alle Methoden haben Vor- und Nachteile. Man sollte bei den verschiedenen Räucherwaren jedoch ihre jeweilige Beschaffenheit (Schmelzpunkt, Körnung etc.) beachten, um ein optimales Duftergebnis zu erzielen.

 

Grundsätzliches zur Körnung und zum Mörsern der Duftstoffe

Sie können all Ihre Räucherstoffe mörsern. Durch die geringere Materialoberfläche wird eine stärkere und schnellere Duftentwicklung erzeugt. Das ist manchmal empfehlenswert, aber nicht immer nötig oder gewünscht.

Wir empfehlen zu mörsern, wenn Ihr Räuchergut eine hohe Hitze benötigt, wie z.B. oft bei Myrrhe oder Opoponax, und Ihr Räuchermedium diese Hitze nicht liefert. Haben Sie z.B. eine Duftlampe, die mit großen Harzstücken oder trockenerer Myrrhe nicht das gewünschte Ergebnis erzielt, empfiehlt sich das Mörsern. Oder Sie mögen es einfach schnell und stark, auch dann ist das Mörsern sinnvoll.

Maydi/Mushaat-Weihrauch schmilzt z.B. schon bei niedrigen Temperaturen vollständig. Hier wäre das Mörsern überflüssig.

Auf Kohle, der üblichsten, aber nicht immer der besten Räuchermethode, ist das gemörserte und feine Räucherwerk meist geeigneter und effizienter. Große Harzperlen oder Brocken verschließen das ätherische Öl im Inneren, und die äußere Schicht wird angebrannt, bevor das ganze ätherische Öl freigegeben wird. Die Nebengerüche der angebrannten Hülle können Sie durch Mörsern spürbar mindern.

Wir bevorzugen (außer auf Kohle) das Räuchern von naturgroßen Harzperlen. Das gelingt am besten auf einer Duftlampe, einem Pfännchen oder auf regelbaren elektrischen Duftlampen, die das Harz erwärmen, ohne es zu verbrennen. Räuchert man dann über längere Zeit mit niedrigerer Temperatur, kann man das Harz zerdrücken und so sämtliches ätherisches Öl verduften. Dabei hat man nicht den Aufwand des Mörserns und den schöneren Anblick der größeren Perlen mit ihren ursprünglichen Farben.

Grundsätzlich empfehlen wir, lediglich die nötige Hitze zuzuführen, um nur den Duftträger und nicht die Restsubstanz (z.B. Gummianteile beim Harz) zu verbrennen und damit das Aroma zu verfälschen. Kohle ist extrem heiß und birgt daher diese Gefahr, ist aber wiederum für den ein oder anderen zwingend für ein uriges Ritual nötig.

 

Weihrauchwelt Räuchern auf Kohle

Räuchern mit Kohle

Diese Art des Räucherns ist am weitesten verbreitet. Dazu brauchen Sie ein feuerfestes Räuchergefäß (keine einfache Keramik oder Glas), idealerweise geruchsarme Kohle ohne chemische Inhaltsstoffe, eine Zange oder Pinzette, Ihr Räuchermaterial und am besten einen kleinen Bunsenbrenner/Sturmfeuerzeug zum Anzünden der Kohle. Sie können/sollten Sand oder Asche zum Abmildern der Kohlehitze verwenden sowie einen Mörser, wenn Sie den Weihrauch vorab zerkleinern möchten. Dies hat einen starken Effekt, da fein gemahlener Weihrauch nahezu vollständig verbrennt und der Hitze viel mehr Oberfläche bietet. Möchten Sie den Weihrauch bereits in einer feinen Körnung erwerben, könnte Sie unser Weihrauch-Sand und Bruch interessieren.

Sie entzünden die Kohle, lassen diese durchglühen oder sogar leicht abglühen und legen das Räucherwerk, zerkleinert oder nicht, auf die Kohle oder nahe daneben. Möchten Sie die Hitze der 600-800 Grad heißen Kohle verringern oder eindämmen, nutzen Sie dazu Quarzsand/Asche um die Kohle herum oder auf der Kohle. Scheint Ihnen das Material verräuchert, entfernen Sie es mit einem Löffel oder einer Pinzette von der Kohle.

Räucherkohle mit Schnellanzünder empfehlen wir wegen der chemischen Inhaltsstoffe nicht. Natürliche geruchsarme Kohle eignet sich am besten.

weihrauch räuchern auf kohle mit sand

 

Vorteile

Uriges Ritual mit starker Duft- und Rauchentwicklung. Zum intensiven Ausräuchern, auch im Freien. Räuchert auch Hölzer und Kräuter. Bei Myrrhe oder Opoponax oft nötig, da diese meist trockener sind.

Nachteile

Starke Rauchentwicklung und Nebengerüche der angekokelten gummiartigen Bestandteile des Harzes statt schonendere Verdampfung der ätherischen Öle. Man ist an die Wärmedauer der Kohle gebunden und muss eine neue Kohle entzünden, auch wenn man nur noch kurz räuchern möchte. Mehr Schmutz und bei Unachtsamkeit Verbrennungsgefahr.

 

Räuchern auf dem Herd

Das Räuchern auf dem Herd ist eine sehr einfache Methode, um den unverfälschten Geruch von Weihrauch anzutesten. Einfach den Herd auf die kleinste Stufe einschalten und das Harz auf einen leitenden dünnen Metallteller oder ein Stück Alufolie legen, da das Harz bei der Erwärmung klebrig wird.

 

Weihrauch auf Alufolie

Vorteile

Einfach und ohne Anschaffung möglich. Keine Rauchentwicklung oder Nebengerüche. Keine Kerze nötig, die einen Teil des Duftes neutralisiert. Konstante und zugleich regelbare Temperatur. Gut für den 1. Test.

Nachteile

Nicht vergessen, den Herd auszuschalten! Unromantisch, da die Duftquelle meist abseits der bequemen Couch ist. Optisch nicht schön und auf Dauer stillos. Bei der Verwendung von Alufolie gibt es grundsätzliche Bedenken.

 

Räuchern mit einem Weichrauchpfännchen/Stövchen

weihrauch räuchern auf einer pfanne

weihrauch räuchern auf einer kleinen pfanne

 

Der Weihrauch wird oben auf das Pfännchen gelegt und von unten durch ein Teelicht erhitzt. Das Pfännchen sollte höhenverstellbar sein. Dies hat den Vorteil, dass man den Abstand und dadurch die Temperatur anpassen kann. Stellt man die Weihrauchpfanne höher, sinkt entsprechend die Temperatur und kann so an das Duftharz angepasst werden. Gemörserter Weihrauch ist hier einfacher zu handhaben, aber auch mittelgroße Stücke wie auf dem Bild sind möglich, wenn man sie nach der Erwärmung vorsichtig zerdrückt.

 

Weihrauch räuchern auf Stövchen mit Sieb

 

Es gibt Stövchen, die ein darüber liegendes Sieb mit Hitze versorgen. Auf diesem liegt dann das Räucherwerk im Fall von Weihrauch besser nicht direkt, sondern auf einer kleinen Metallplatte. Sonst verklebt das Sieb, oder es könnte sogar eine Stichflamme geben, wenn das ätherische Öl in die Flamme gelangt. Durch den Abstand der Kerze zum Sieb ergibt sich der Hitzegrad, die Höhe ist nicht verstellbar, was aber auch nicht nötig ist, da die Hitze der Flamme ungebremst aufsteigen kann.

Kleine Weihrauch-Stücke oder Sand ist hier zu empfehlen, da sich die größeren Perlen auf dem instabilen und wackeligen Sieb nicht gut zerdrücken lassen.

Vorteile

Anpassung des optimalen Hitzepunkts, keine Rauchentwicklung und keine starken Nebengerüche. Dezenter Duft, den man steuern kann. Sehr gut für drinnen und empfindsame Nutzer geeignet.

Nachteile

Für den Einsatz ist immer eine Kerze, meist aus Parafin (Erdöl), nötig, die einen Teil des Weihrauchgeruchs neutralisiert.

Die Wirkung ist von der Entfernung und der Kerze abhängig und kann somit variieren. Die frische Kerze heizt stärker als die weiter abgebrannte. Je nach Modell etwas unhandlich.

 

 

Weihrauchwelt Weihrauch auf einer Duftlampe

Räuchern mit einer Duftlampe

Duftlampen, die sonst für das Verdampfen ätherischer Öle gedacht sind, können auch für Weihrauch eine sehr praktische Lösung sein. Das Harz (ohne Wasser) oben in die Schale legen und, wenn es größere Harzperlen sind, im warmen Zustand etwas zerdrücken und wenden, damit die ca. 10% ätherischen Öle im Weihrauchharz komplett zum Einsatz kommen. Wir finden für das Zerdrücken so etwas wie einen Siegelring (oder Löffel) am besten geeignet. Je nach Größe der Duftlampe und der verwendeten Kerze kann es Sinn machen, den Weihrauch vorab zu mörsern. Dies hängt von der Lampe und dem Weihrauchtyp ab. Einfach ausprobieren. Möchte man die Hitze steigern, kann man das Teelicht unterlegen (z.B. mit Münzen) und damit Teelicht wie Temperatur erhöhen.

Vorteile

Einfache Lösung ohne Rauchentwicklung und ohne Nebengerüche. Sehr günstig. Dezenter Duft, den man steuern kann. Sehr gut für drinnen und empfindsame Nutzer geeignet.

Nachteile

Für den Einsatz ist immer eine Kerze, meist aus Parafin (Erdöl), notwendig, die einen Teil des Weihrauchgeruchs neutralisiert.

Die Wirkung ist von der Entfernung, der Materialdicke (meist Ton) und der Kerze abhängig und kann somit variieren. Die frische Kerze heizt stärker als die weiter abgebrannte. Relativ kleine Duftlampen funktionieren am besten.

 

 

Weihrauchwelt elektrische Weihrauchlampe

Räuchern mit einer elektrischen Heizlampe

Räuchern auf einer elektrischen Heizlampe ist unsere persönliche Empfehlung. Allerdings haben diese Lampen normalerweise keinen Regler und somit nur die Option AN (zu heiß) oder AUS. Wird hier ein Dimmer zwischengeschaltet, lässt sich die Wärmeleistung optimal einstellen. Tipps zum Bezug und Umbau können wir gerne telefonisch geben.

Vorteile

Sehr komfortabel, keine Rauchentwicklung oder Nebengerüche. Keine Kerze nötig, die einen Teil des Duftes neutralisiert. Konstante und zugleich regelbare Temperatur. Temperaturanpassung je nach Räucherstoff. Komfortable Handhabung und möglicher Dauerbetrieb.

Nachteile

Kabelgebunden. Ohne Regler/Dimmer zu heiß und brennen dann wegen der Hitzeentwicklung häufig durch. Kein Räuchern von Hölzern oder Kräutern möglich, da es sich um eine reine Heizplatte handelt und nicht um Infrarotwärme. Mit Dimmer vorgefertigt nicht erhältlich, müssen also selbst umgerüstet werden.

 

Testen Sie selbst, und finden Sie Ihre persönlichen Räucherarten für verschiedene Anlässe und Räucherwerke! Genießen Sie die Naturschätze in ihrer Vielfalt, die sich auch durch die Räuchermethode noch unterscheiden kann! Wir wünschen eindrucksvolle Momente. Fragen, auch zum Bezug der beschriebenen Geräte, können Sie jederzeit an uns richten: info@weihrauchwelt.de.

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